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Donnerstag, 21. Oktober 2010

111 KRANK!!!!!

Also, nach der grossen Clostridium-Campylobakter-Vereinigung in meinem Darm in Malaysia/Australien mit anschliessender Antibiotika-Therapie, einer dicken Erkaeltung und Teil 2, 3 und 4 der Durchfaelle, ueber die wir nicht berichtet haben, die aber teilweise auch zu weiterer Diagnostik und Antibiotika-Therapien gefuehrt haben, hatte ich nun auch noch eine Zecke. Und, was hatte der Joerg??? Nichts, nie!!!!!
OK, das war bis gestern. Denn gestern sind wir mit dem Bus von La Paz nach Copocabana am Titikakasee gefahren. Zuerst hatte Joerg etwas Durchfall, dann Erbrechen und irgendwie sah er erhlich gesagt ziemlich sch... aus. Wozu ist man nicht Arzt, wenn man dann nicht eine Infusion aus dem Hut zaubert und sie anstoepselt. Aber, es wurde und wurde nicht besser. Wir fanden einen sehr netten Arzt, der recht schnell die Hoehenkrankheit diagnostizierte.
Diese Krankheit ist ganz schoen hinterhaeltig. Jetzt sind wir schon seit 4 Wochen in Bolivien und durchgehgend auf einer Mindesthoehe von ueber 3200m - abgesehen von 5 Tagen Dschungel - und jetzt bei 3800m ueber Null schlaegt sie zu. Und keiner weiss warum. Joerg musste Tabletten gegen Bluthochdruck nehmen und fuer eine Stunde reinen Sauerstoff atmen. Es war echt faszinierend, sobald er den Sauerstoff nur sah, ging es ihm schlagartig wieder gut. Aber insgesamt schon sehr angsteinfloessend, diese ganze Geschichte....

Es hat ihn so richtig erwischt!

Und einen Tag spaeter wieder das bluehende Leben.

Ok, so langwierig wie dem Berliner Joerg hat es mich Gott sei Dank nicht erwischt. Stellt Euch vor: er war kaum 2 Tage seines 3-woechigen Urlaubs hier, da bekommt er eine akute Blinddarmentzuendung, kein Arzt in der Naehe. Es kam, wie es kommen musste: Er flog nach La Paz um sich untersuchen zu lassen und hatte auf dem Weg ein Blinddarmdurchbruch, es gab eine Not-OP, anschliessend 2 Wochen Intensivstation. Und das ohne Spanischkenntnisse, keine Angehoerigen vor Ort, keine Uhr oder jedwedes Zeitgefuehl. Er sagt selber, es war wie Einzelhaft. Es muss schier die Hoelle gewesen sein. Wir waren zufaellig - wegen weiterer Diagnostik - in dem Krankenhaus und haben so von ihm erfahren. Er war ein Haeufchen Elend, wir mussten ihn einfach gleich adoptieren. Die naechsten paar Tage haben wir ihn dann besucht und versucht ein bisschen aufzumuntern, abzulenken und einfach Zeit zuvertreiben. Mittlerweile ist er wieder wohl behalten in Berlin angekommen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

110 La Paz

Im Reisefuehrer steht immer: La Paz ist die Stadt mit dem hoechsten Regierungssitz. Aber gut, das mit dem Hoechsten hatten wir jetzt schon ein paar Mal. Viel interessanter finden wir, dass sich die Stadt auf ueber 900 Hoehenmeter erstreckt (3200m - 4100m). Da bleibt das Kraxeln nicht aus. Und wie Ihr Euch sicherlich erinnert, faellt das dem gemeinen Touristen auf dieser Hoehe nicht so einfach. Die Luft ist einfach viel zu duenn hier oben. Wir haben schon die Theorie aufgestellt, dass auf Grund der duennen Luft, die Menschen hier einfach nicht so gross werden. Viel zu anstrengend fuer den Kreislauf.....
Es gibt hier naemlich viele kleine Menschen, wir koennen hier allen auf den Kopf spucken, was unsere gute Erziehung uns aber verbietet. Die Frauen tragen bunten Roecken, haben lange geflochtene Zoepfen und eine Melone (also den Hut) auf dem Kopf. Haeufig tragen sie in ihren farbenfrohe Tuechern ihre Babys und Kleinkinder (echt lange.... so bis zum 3. Lebensjahr) auf dem Ruecken. Das muss doch anstrengend sein....besonders mit der viel zu duennen Luft. Die Menschen sind immer zu einem Schwaetzchen und tendenziell zur Gewalt bereit. Wir fuehlen uns hier nicht unsicher, aber wir haben noch nie so aktiv ueber den Verbleib unserer Wertsachen nachgedacht, immer die Augen offen, im Taxi Knoepfchen runter und nachts frueh ins Bett. Und so viel Polizei - echte und noch viel mehr unechte - in allen moeglichen Uniformen und Farben mit und ohne Gewehr/Pistole/Schlagstock/Schilde.....haben wir noch in keiner anderen Stadt gesehen!
Insgesamt keine unfreundliche Stadt, schoen bunt und riesengross, aber eben eine Stadt, in der man achtsam sein sollte....

La Paz
e

Auf dem Witch Market


Bunte Roecke und Melonen




Schuhputzer bei der Arbeit


Samstag, 16. Oktober 2010

109 Ein ganz gewoehnlicher Hochzeitstag im Hause Holzapfel

Nachdem ich zum 2. Hochzeitstag ein Buch mit dem Titel: Bewaeltigung von Problemen in der Ehe, ein Paartherapiebuch, bekommen habe, gab es zum 3. Jubeltag meine Revanche: Wir sind in den Dschungel gefahren. Statt lecker Essen gab es Spagetti mit Zwiebeln, statt Schmuck gab es Schlangen und Krokodile, statt Parfume gab es Insetktenspray, statt Himmelbett gab es dreckige Betten, statt heisse Kuesse gab es juckende Mosquitostiche, statt Spa-Bereicht gab es kalte Duschen und stinkende Toiletten, statt einer romatischen Kutschfahrt mussten wir unser Boot bei Niedrigwasser zwischendurch selber schieben und statt kuscheliger Zweisamkeit gab es Achtbettzimmer und Einzelhaft, aeh, also Einzelbetten.
Tja, so schnell aendert sich das mit den Jahren; Mal sehen, was die weiteren Jahre so bringen.... Hier ein paar Fotos.

Unser Flug in den Dschungel...


...und die Ankunft am "Hafen" zur Weiterfahrt.



Manchmal mussten wir aussteigen und schieben, ein bisschen Nevenkitzel gehoerte auch dazu.



Aber im Grossen und Ganzen waren die Tiere recht friedlich.


Spaeter machten wir uns auf den Weg, um Anakondas zu suchen.


Im Dickicht fanden wir aber "nur" Krokodile (hier Kaimane genannt).
Waere doch eigentlich ein schoenes Hochzeitsgeschenk....so als Handtasche oder Stiefel...


Spaeter spuerte unser Guide doch noch eine kleine Anakonda auf:
Hier ein Blick auf die Schlange und von der Schlange auf seine zukuenftigen Opfer...


Danach war Angeln angesagt:
Zu klein zum Essen aber selber sehr gefraessig: der Piranha


Nachts noch eine kleine Wanderung mit den Tieren.


Und natuerlich haben wir auch viel relaxt...


... soweit das im Achtbettzimmer moeglich war.